Fledermäuse

Friedliche Kobolde oder gewalttätige Blutsauger?

 


Seit vielen Jahren ist der Fledermausschutz nun schon ein fester Bestandteil unserer NAJU-Arbeit. Das Fledermausteam ist das ganze Jahr über aktiv. Mit den verschiedensten Aktionen kümmern wir uns aktiv um den Erhalt dieser stark bedrohten Tierart. Dies ist wichtig, da diese Tiere für den Menschen durchaus nützlich sein können.

Die Kobolde der Nacht

Lautlos schweben sie durch die Nacht. Auch in der dunkelsten Nacht stoßen sie nirgends an. Das liegt an ihrem Ortungssystem. Fledermäuse können mit ihren Augen in der Nacht genauso wenig sehen, wie wir Menschen. Sie orientieren sich mithilfe von Ultraschallwellen, Tönen, die für unser Gehör oberhalb des wahrnehmbaren sind. Während Menschen bis ca. 20khz (Kilohertz), fangen die meisten Fledermausrufe erst bei 40khz an und gehen teilweise bis 120khz. Diese Ultraschallwellen werden von Gegenständen zurückgeworfen und von der Fledermaus wieder aufgefangen. Sie kann nun ein dreidimensionales Bild ihrer Umgebung erstellen. Selbst kleinste Objekte können so geortet werden. 

gewalttätige Blutsauger – oder nicht?

Nein, natürlich sind Fledermäuse keine blutrünstigen „Amokläufer“ sondern friedliche Tiere, die dem Menschen durchaus nützlich sein können. Eine Wasserfledermaus, mit eine der häufigsten Arten bei uns, frisst in einer Nacht zwischen vier- und fünftausend Mücken. Anderer Fledermäuse fressen nicht wesentlich weniger.
Auch die Behauptungen, dass Fledermäuse mit ihren Quartieren die Häuser ist frei erfunden. Im Gegenteil, die Häuser sind gute Sommerquartiere und daher sehr wichtig. Aus diesem Grund vergibt der NABU seit 2006 die Auszeichnung „Fledermausfreundliches Haus“ um Hausbesitzer zu aktivem Fledermausschutz zu bewegen.

Die Probleme der Fledermäuse

Weltweit gibt es ca. 950 Fledermausarten, 23 dieser Arten kommen auch in Deutschland vor. Alle dieser 950 Arten sind bedroht. Allein 17 der deutschen Arten stehen auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. Dies liegt vor allem an der Vernichtung des Lebensraums. Alte Bäume, die vielen Tieren als Quartier dienen, werden gnadenlos abgeholzt. Auch die perfekte Isolierung unserer Häuser verhindert, dass sich Spalten bilden, in die vor allem kleinere Arten tagsüber gerne einziehen. Auch der vermehrte Einsatz von Insektenschutzmitteln ist eine Gefahr, da evtl. vergiftete Insekten von den Fledermäusen gefressen werden, was bei einer großen Anzahl vergifteter Nahrung zum Tod führen kann.

Schutzmöglichkeiten

Fledermausschutz besteht im wesentlichen Teil aus Aufklärung, dann bi diesem Thema muss jeder mitmachen. Diese Aufgabe übernimmt bei uns das Fledermausteam. Der praktische Teil besteht im Schutz alter Bäume und Wälder. Aber auch Fledermauskästen an Häusern können Hilfreich sein. Wer etwas mehr für den Schutz dieser faszinierenden Tiere tun will, kann sein Haus fledermausfreundlich Umbauen. Der Aufwand hierfür hält sich in Grenzen.
Weitere Infos zu den Schutzmaßnahmen und dem Fledermausprogramm der NAJU Frankenberg unter 
fledermaus@naju-frankenberg.de

oder

mail@nabu-frankenberg.de

Das Fledermausteam

Die Hauptaufgabe im Sommer besteht aus Vorträgen für Schul- und Jugendgruppen (Infos und Buchung über unser Kontaktformular). Auf spannende Art und Weise wird den Kindern und Jugendlichen die Welt der „Kobolde der Nacht“ näher gebracht. Neben einem Diavortrag stehen auch Spiel und Spaß auf dem Programm. Mehr Informationen hier.
Im Winter kümmern wir uns um die Kontrolle von Bergwerksstollen und Höhlen, in denen die Fledermäuse ihren Winterschlaf halten. Wir zählen und bestimmen die Arten, um eine Bestandsübersicht zu bekommen. Diese Höhlen sind teilweise schwer zu erreichen und nicht für große Menschen gemacht. Aber auch dies dient dem Schutz dieser einzigartigen Tiere. Aber wir alleine können auch die Fledermäuse nicht vor dem Aussterben retten. 
Wir brauchen Jeden um unsere Arbeit weiter auszubreiten und effektiver zu gestalten.

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