Weißstorch

Leben auf dem Schornstein
Hoffnung auf Weißstorch 


Groß war die Freude im Frühjahr 2002 im Stadtteil Schreufa: Zwei Weißstörche hielten sich sechs Wochen lang an Nuhne und Eder auf. Sie klapperten auf einem stillgelegten Fabrikschornstein und versuchten dort, ein Nest zu bauen. Doch der Wind fegte die Äste immer wieder aus luftiger Höhe herunter, zu einer Brut kam es bei dem vermutlich relativ jungen Paar nicht. Schreufaer Bürger entwickelten so viel Stolz für die Vögel wollten handeln. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis der Vereine planten wir die Anlage eines Nistplatzes. Der Frankenberger Korbflechter Georg Ludwig stellte in Handarbeit den Nistkorb mit einem Meter Durchmesser her. Zuerst sollte das Nest auf einem Telegrafenmasten in der Nuhneaue befestigt werden. Doch nachdem der Eigentümer des ausgedienten Schornsteins sich in den Dienst der guten Sache stellte, wurde der Korb auf der Abdeckplatte in 60 Metern Höhe montiert. Ein Frankenberger Dachdeckerbetrieb übernahm die Montage. Viele Schreufaer Bürger und ein Fernsehteam verfolgten die spektakuläre Aktion mit einem Autokran. Schon eine Stunde später strich "Meister Adebar" im Flug um den Schornstein, um den neuen Nistplatz in Augenschein zu nehmen. Er war bereits zwei Tage vor der Nestmontage in Schreufa eingetroffen. Doch diesmal wartete er vergeblich auf einen Partner, er war nach wenigen Tagen gänzlich verschwunden. Neben dem Brutplatz kommt dem Nahrungsangebot für die Wiederansiedelung des Weißstorches eine zentrale Bedeutung zu. Die Vögel leben von Mäusen, Fröschen, Eidechsen und größeren Insekten, die sie in ausgedehnten Wiesen und Feuchtgebieten finden.

Zwischen Schreufa und Viermünden hat der NABU-Kreisverband im Rahmen von Ausgleichsprojekten bereits elf Hektar Feuchtgebiete mit Flachwasserteichen geschaffen. Weitere Verbesserungen werden durch die geplante Nuhne-Renaturierung erwartet. Die Naturschutzjugend hofft auf die Unterstützung von Landwirten und Grundstücksbesitzern für eine extensive Bewirtschaftung der Nuhnewiesen. Finanziell wurde das Schreufaer Storchenprojekt durch die Stiftung Hessischer Naturschutz und das Umweltministerium gefördert.

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© NABU/Naturschutzjugend Frankenberg