König der Flieger brütet wieder häufiger
Hilfe für den Mauersegler 

Kaum ein Vogel weckt Sommergefühle so sehr wie der Mauersegler, dessen Schreie an warmen Sommerabenden durch die Dörfer und Städte hallen. Doch die geschickten Fliegen finden immer weniger Brutplätze an Häusern und Dächern. Daher haben wir in 2002 gemeinsam mit der Energiegesellschaft Frankenberg und dem Technischen Hilfswerk eine Artenhilfsaktion für die nützlichen Vögel gestartet. Mit Hilfe eines Hubsteigers brachten wir 40 Nistkästen unter Hausdächern an. Dank der Aufgeschlossenheit vieler Hausbesitzer entstanden viele neue Brutplätze. Ein Aufruf in der Frankenberger Zeitung und eine Faltblattaktion in der Altstadt stießen auf gute Resonanz. Die Mauerseglerkästen wurden individuell von Jugendlichen angefertigt. Je nach Dachsparrenabstand wurden auch Zweier- oder Dreierkästen gebaut, da die Vögel Koloniebrüter sind. 

Anfang Mai kehren die Mauersegler aus ihren Winterquartieren zurück. Dann erklingen in der Frankenberger Innenstadt die hellen "Sri-sri-sri-Rufe". Die fast schwarzen Insektenjäger werden häufig mit Schwalben verwechselt, gehören aber der Familie der Segler an. Mit ihren sichelförmigen Schwingen verbringen sie fast ihr gesamtes Leben in der Luft. Bereits 1797 haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die "Vollendetsten aller Vögel" auch fliegend schlafen. Gemeinsame Merkmale der 70 Seglerarten auf der Erde sind die schwachen, zur Fortbewegung nahezu ungeeigneten Beine. Landet ein Vogel auf dem Boden, ist er nicht mehr in der Lage, aufzufliegen. Wirft man ihn in die Luft, segelt er sofort weiter. Sein Nest legt der Segler in Mauerspalten, Felsritzen, Hohlräumen unterm Dach oder in Nistkästen an. Seine spitzkralligen Füße haben sich an den Lebensraum angepasst. Die Vögel können sich an senkrechten Abstürzen festhalten. Nach einer Brutzeit von 20 Tagen schlüpfen Ende Mai zwei bis drei Junge. Bis Anfang August muss die Brut großgezogen sein., denn dann geht die Reise wieder nach Süden. Seltene Eigenart der Mauersegler: Bei Futtermangel z.B. in längeren Schlechtwetterperioden, verfallen die Vögel in eine Starre, bei der die Körperfunktionen auf Sparflamme weiterlaufen. So können sie bis zu einer Woche ohne Nahrung auskommen. Nach sechs Wochen fliegen die Jungen aus dem Nest aus und sind fortan in "ihrem Element". Den breiten Schnabel wie einen Kescher eingesetzt, holen sich die Segler Insekten aus der Luft. 

Das NAJU-Mauerseglerprojekt ist nicht abgeschlossen. Interessierten Hausbesitzern werden weiterhin selbstgebaute Nistkästen zur Verfügung gestellt.

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© NABU/Naturschutzjugend Frankenberg