Beweidungsprojekt Goldbachtal

Wo vor 100 Jahren Goldwäscher aktiv waren und vor drei Jahrzehnten eine Wiederaufarbeitungsanlage für atomare Kernbrennstäbe entstehen sollte, weidet heute eine bedrohte Haustierrasse. Zur Offenhaltung des Goldbachtals und Pflege mehrerer Orchideenwiesen hat die NABU/Naturschutzjugend Frankenberg im Herbst 2008 ein Beweidungsprojekt mit Rotem Höhenvieh in einem Waldtal nahe Wangershausen gestartet. Um Landwirte und Bürger aus den umliegenden Stadtteilen mit einzubinden und in den Genuss landwirtschaftlicher Fördermittel zu gelangen, wurde der Verein „Freunde des Goldbachtals“ gegründet, der mit der NABU-Ortsgruppe eine landwirtschaftliche Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) bildet.

Mit der Rinderrasse Rotes Höhenvieh soll eine bedrohte Haustierrasse, die früher in den Mittelgebirgen heimisch war, erhalten werden. Mittlerweile weiden rund 20 Kühe, Rinder und Kälber auf 25 Hektar Waldwiesen und drei Kilometer Bachlänge. Die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe erwarb aus Mitteln der Ausgleichsabgabe zahlreiche Flächen. Die meisten sind von Hessenforst und vielen Privateigentümern angepachtet. Die großflächige ganzjährige Beweidung erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Der Winterfuttergewinnung dienen weitere rund acht Hektar in der Wangershäuser Feldgemarkung.

 

In 2009 baute der NABU-Landesverband Hessen einen Offenstall für die Tiere. Viele Besucher wandern durch das idyllische Goldbachtal. Das Rindfleisch wird in Frankenberg und Umgebung direkt vermarktet.

 

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© NABU/Naturschutzjugend Frankenberg